Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz Halle

22.08.2016

Rechtsanwältin Feuerberg erfolgreich beim Arbeitsgericht Halle wegen Benachteiligung eines männlichen Bewerbers

Das Arbeitsgericht Halle hat in einem von Frau Rechtsanwältin Feuerberg geführten Prozess die Beklagte verurteilt, eine Entschädigung in Höhe von 3 Bruttomonatsgehältern an einen abgelehnten männlichen Bewerber für eine offene Stelle zu bezahlen.

Der Hintergrund war der, dass der Arbeitgeber eine Stelle als Bürokauffrau im Titel des Stellenangebotes angeboten hatte. Erst am Ende der Bewerbung hat man bei der Berufsausbildung „Bürokaufmann/-frau“ angegeben. Der Kläger, ein ausgebildeter Bürokaufmann, hatte sich am 07.04.2015 beworben und bereits am 08.04.2015 ohne vorheriges Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten. Er fühlte sich deshalb als Mann benachteiligt/diskriminiert.

Das Arbeitsgericht Halle führte im Urteil vom 21.07.2014, Az.: 6 Ca 1939/14, aus, der Kläger habe hinreichend Tatsachen vorgetragen, die bei einer Gesamtschau mit hinreichender Wahrscheinlichkeit die Vermutung begründen, er sei wegen seines Geschlechts benachteiligt worden. Bei der Bezeichnung „Bürokaufmann/-frau“ unter dem Oberbegriff „Ausbildung“ handele es sich lediglich um die korrekt wiedergegebene Bezeichnung des Berufsabschlusses von Bürokaufleuten. Für eine Benachteiligung des Klägers spreche dagegen die Bezeichnung im Titel und der Umstand, dass er in einem Zeitraum von weniger als 24 Stunden eine Absage erhalten hat.